• Hall of Fame •

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Sandra Michl

Die Sucht in den 70ern
Angefangen habe ich mit dem Kajakfahren als ich 14 war. Also Mitte der 70er Jahre, in den Pionierzeiten des Alpinen Wildwasserfahrens. Dr. Walt Blackadar bezwang damals in Alleingang den Turnback-Canyon des Alsek, Mike Jones befuhr den Dudh Kosi am Mount Everest, Sepp Strohmeier wagte sich als erster durch die berüchtigte Rißbachklamm. Angesichts solcher Vorbilder hab ich´s dann auch gleich recht extrem getrieben und ging, wie so viele zu dieser Zeit, früh auf schweres Wildwasser. Ich fuhr hart am Limit, manchmal auch darüber. Adrenalin-intensives Paddeln war zu einer wahren Sucht geworden. Trotzdem ging damals alles gut. Meine Abenteuerlust ist wahrscheinlich ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Auch heute noch bin im Urlaub immer mit dem Kajak unterwegs. Die Alpen rauf und runter, manchmal nach Kanada und Alasaka.

Meinen anstrengendsten, aber auch schönsten Kajaktrip erlebte ich in Nepal: Da waren wir zu Fuß zum Karnali unterwegs. 10 Tage lang durch den Himalaya, und die Boote immer auf dem Rücken... Die 5-tägige Befahrung war eine mehr als angemessene Entschädigung für die Schinderei.

Die Lust in den 90ern
Wieder hat mich ein Virus erwischt: Kajakrodeo. Wie wild trainiere ich in Walzen, Wellen und Kehrwassern. Alles im Griff und der Bach als Spielwiese - so macht püaddeln noch mehr Spaß. Die Herausforderungen, die ein anspruchsvoller Fluß bietet, konnte der Rodeovirus natürlich nicht vollkommen verdrängen. Wildwasserfahren in den Bergen ist nach wie vor meine große Leidenschaft. Aber alpines Kajakfahren und spielerisches Rodeopaddeln schließen sich ja nicht unbedingt aus.

Sandra Michl

 

Eine interessante Nebenwirkung hat der neue Lustfaktor aber doch: obwohl ich jetzt wesentlich besser mit meinem Kajak umgehen kann als früher, paddle ich nicht mehr so oft schweres Wildwasser. Man lernt beim Paddeln eben nie aus. Und Frau auch nicht!

Das neue Jahrtausend: alles ist neu!
Rodeo ist ernsthafte Wettkampf-Disziplin und Alpines Kajakfahren heißt jetzt "Creeken".
Wildwasserfahren ist nach wie vor meine Leidenschaft, mit zwei Kindern und einem Mann komme ich zwar nicht mehr so oft dazu, aber dafür macht es dann um so mehr Spaß. Und wenn ich dann in meinem Kajak sitze, erlebe ich wieder ein Stück Karnali.

Sandra Michl